Rheumatoide Arthritis – was tun?

Im Volksmund werden chronisch entzündliche Gelenkprozesse oft per se als Rheuma betitelt. Dabei kann man dem rheumatischen Formkreis rund 100 verschiedene Erkrankungen zuordnen. Zwei Symptome haben sie alle gemeinsam: schubweise auftretende Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates.  

Die rheumatoide Arthritis (früher chronische Polyarthritis / PCP) ist die häufigste chronisch entzündliche Gelenkerkrankung. Anfangs sind meistens die Grund- und Mittelgelenke der Finger und/oder Zehen betroffen. Später können auch größere Gelenke wie Hand-, Ellenbogen-, Schulter- oder Kniegelenke in Mitleidenschaft gezogen werden. In 80 % der Fälle erkranken Frauen daran. 

Wie genau eine rheumatoide Arthritis entsteht und was Sie tun können, um die Beweglichkeit Ihrer Gelenke bestmöglich zu erhalten, lesen Sie in diesem Beitrag. 

Was ist rheumatoide Arthritis (RA)?

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die chronisch entzündliche Reaktionen in betroffenen Gelenken hervorruft. Hier ist also nicht eine mechanische Abnutzung – wie bei einer Arthrose – der Auslöser, sondern ein Fehler in unserem Immunsystem. Charakteristisch ist ein symmetrischer Vorfall in den Gelenken beider Körperhälften.  

Rauchen zählt übrigens zu den begünstigenden Risikofaktoren. 

Was passiert im Körper bei rheumatoider Arthritis?

Normalerweise soll unser Immunsystem unseren Körper schützen. In diesem Fall richtet es sich gegen ihn. Tatort: Gelenke, vorwiegend die Innenhaut unserer Gelenkkapseln (Membrana synovialis). Diese Innenhaut hat die wichtige Aufgabe Gelenkflüssigkeit zu produzieren, um die Gelenkknorpel zu ernähren und die knorpeligen Gelenkflächen zu „schmieren“, damit sie bei Bewegung reibungslos aufeinander gleiten können.  

Fehlgesteuerte Immunzellen produzieren hier sogenannte Zytokine. Das sind eine Art Botenstoffe, die Entzündungen: 

  • verursachen bzw. verstärken (proinflammatorische Zytokine) oder  
  • hemmen bzw. einstellen (antiinflammatorisch Zytokine).  

Beide Arten von Zytokinen sind bei einer Immunreaktion in bestimmten Mengen im Körper vorhanden – sie befinden sich in einem Gleichgewicht. Die einen sorgen dafür, dass eine Immunreaktion einsetzt, die anderen, dass sie wieder abklingt. 

Ist dieses Gleichgewicht gestört und die proinflammatorischen Zytokine überwiegen dauerhaft, besteht auch die Entzündung dauerhaft. 

Dieser chronische Entzündungsprozess führt dazu, dass die Gelenkinnenhaut stark anschwillt und vermehrt Flüssigkeit bildet, die im Gegensatz zur gesunden Gelenkflüssigkeit stark verändert ist. Sie kann den Knorpel weder im erforderlichen Maße ernähren noch schmieren. Die Überproduktion der „minderwertigen“ Flüssigkeit hat einen Gelenkerguss zufolge. Da sich eine große Anzahl an Nervenfasern in der Gelenkschleimhaut befindet, ist dieser Bereich sehr schmerzempfindlich. Des Weiteren kann es zu Spannungsgefühlen und Bewegungseinschränkungen kommen. 

Unbehandelt werden bei der rheumatoiden Arthritis zunehmend Knorpel, Knochen und Bindegewebe zerstört. 

Rheumatoide Arthritis. Was tun?

Wenn Sie einen Verdacht auf eine rheumatoide Arthritis haben, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt!  

Achten Sie auf folgende Symptome: 

  • schubweises Auftreten von Schmerzen mit korrelierenden Gelenkschwellungen 
  • Überwärmung und/oder Rötung der schmerzhaften Gelenke 
  • Schmerzen in den Fingern bei einem kräftigen Händedruck 
  • Gelenksteifigkeit (mind. eine Stunde, vorwiegend morgens) 
  • Gelenkdeformitäten (z. B. Ulnardeviation: Abknicken der Finger vom Daumen weg zur Kleinfingerseite)  
  • Gelenkversteifungen 
  • Auftreten von subkutanen (im Unterhautfettgewebe liegenden) Knoten (Rheumaknoten) über Knochenvorsprüngen oder gelenknahen Strecksehnen 

Zu den Begleiterscheinungen einer rheumatoiden Arthritis gehören ferner Entzündungen der Sehnenscheiden und Schleimbeutel. 

Ist rheumatoide Arthritis heilbar?

Rheumatoide Arthritis ist nicht heilbar, aber behandelbar. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen. Mit der richtigen, lebenslangen Therapie, die auf konservativen Behandlungsmaßnahmen, einer medikamentösen Einstellung und einer angepassten Lebensweise basiert, lässt sich eine Remission erzielen. Das heißt, man kann dadurch zumindest die begleitenden Symptome vorübergehend oder dauerhaft beruhigen. 

Wie können Sie dazu beitragen, die Beweglichkeit Ihrer Gelenke bestmöglich zu erhalten? Wir empfehlen Ihnen auf konservativer Ebene:  

  • Physiotherapie (Krankengymnastik, manuelle Therapie, Massagen …) 
  • Ergotherapie 
  • begleitende passive Anwendungen (Elektrotherapie, Wärme- und Kältetherapie) 
  • Gelenkschutz- und Selbsthilfetraining 

Welche Behandlung für Ihre Beschwerden am besten geeignet ist, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. 

Bei Elithera erstellen wir für Sie einen individuellen Behandlungsplan für Ihre schubfreien Phasen. Das Ziel unserer physio- und ergotherapeutischen Maßnahmen ist es, Ihre Schmerzen zu lindern, Ihre eingeschränkten Gelenke zu mobilisieren und Fehlstellungen vorzubeugen. Idealerweise trainieren wir auch Ihre Kraft, Beweglichkeit und Koordination, damit Sie sich im Alltag sicherer fühlen und selbstständiger agieren können.  

Bleiben Sie besser in Bewegung 
Ihr Team Elithera 

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.  

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