Muskelfaserriss, Muskelbündelriss oder Muskelriss: Lässt sich der Heilungsprozess beschleunigen?

05.07.2019
Muskelfaserriss, Muskelbündelriss oder Muskelriss: Lässt sich der Heilungsprozess beschleunigen?

Nach Pferdekuss kommt Bluterguss. Einen gezielten Tritt mit dem Stollenschuh eingesteckt, unglücklich aufgeprallt nach einem Sturz, vom 12 cm Stilettoabsatz geknickt, eine plötzliche Brems- oder Beschleunigungssituation unterschätzt … theoretisch kann jeder Muskel im Körper „reißen“. Praktisch sind meist die unteren Extremitäten (Oberschenkel, Wade) betroffen, gerne bei Sportlern, die sich überfordern, nicht ausreichend aufgewärmt in die Belastung starten oder bereits ermüdete Muskulatur zu stark beanspruchen. Muskelfaser? Muskelbündel? Der komplette Muskel ist gerissen? In allen drei Fällen kommt es regulär zu einer Zerstörung von Muskelzellen und einer Einblutung ins Gewebe. Richtig schmerzhaft ist es außerdem. Was Sie tun können, um den Heilungsprozess positiv zu beeinflussen …

Den Unterschied erkennen
Die Quantität (Menge/Anzahl der gerissenen Fasern) ist hier bezeichnend für den Schweregrad der Verletzung und die Ausprägung der Symptome. Unsere Skelettmuskulatur (Muskeln, die für unsere Bewegung verantwortlich sind) besteht größtenteils aus Muskelfasern, die das Anspannen, also das Zusammenziehen ermöglichen. Ist der Muskel „anteilig“ gerissen, sprechen wir – je nach Anzahl der verletzten Fasern – von Muskelfaser oder -bündelriss. Ist der komplette Muskel gerissen, haben wir den Worst Case auf Effekt- und Folgeebene.

Mögliche Symptome sind:

  • stichartiger Schmerz
  • Druck- und Dehnungsschmerz

  • eingeschränkte Funktion

  • gestörte Bewegungsabläufe

  • der Muskel verliert an Kraft (bei einem Muskelriss kann es auch zu einem „Totalausfall“ kommen)

  • Schonhaltung (um betroffene Muskulatur zu entlasten)

  • Verschlimmerung der Schmerzen bei Anspannung gegen Widerstand

  • oftmals ist eine „Delle“ am Schmerzpunkt tastbar

  • je nach Stärke der Einblutung wird ein Bluterguss sichtbar

Wenn’s passiert: Erstversorgung mit PECH*

  • P: Pause
    eine sofortige Aktivitätspause kann die Verschlimmerung der Verletzung verhindern.

  • E: Eis
    kühlen soll Schmerzen abmildern und das Entzündungsrisiko senken. Kühlen! Nicht vereisen! Und bitte direkten Hauskontakt mit den Kühlmitteln vermeiden.

  • C: Compression
    mit einem elastischen Druckverband (am besten kurzfristig nach Verletzung, ca. 20 bis 30 Minuten) zur Minimierung der Hämatombildung*.

  • H: Hochlagerung
    um den venösen und lymphatischen Rückfluss zu unterstützen.

Um den Schweregrad des verletzten Muskels festzustellen, ist eine ärztliche Diagnose unumgänglich. Des Weiteren müssen die Möglichkeiten operativer, medikamentöser und konservative Maßnahmen individuell auf Sie abgestimmt werden. Berücksichtigt werden dabei, neben Ihrer physischen Konstitution (gesamte(r) Körperstruktur/-zustand), Komponenten wie u. a. Ihre Alltagssituation. Ab wann dürfen Sie in welchem Umfang belasten? Wie schmerzempfindlich sind Sie? Auch danach richten sich Ihre Therapieeinheiten und -intensitäten aus.

Die Heilungsphasen
Ein Riss ist eine Verletzung. Die behandelt unser Körper wie jede andere Wunde – er setzt einen Reparaturprozess in Gang. D. h. es entsteht Narben-, respektive Ersatzgewebe. Die Heilung erfolgt in 3 Phasen. In allen 3 Regenerationsabschnitten kann Physiotherapie die Rekonvaleszenz (Genesung) begünstigen.

Phase 1: Destruktion (Zerstörung)
Nomen est Omen. Diese Phase beschreibt die Akutphase der Ruptur (Abriss).

  • Muskelzellschädigung
  • Einblutung ins Gewebe
  • Entzündungsreaktion

Bei Elithera empfehlen wir in dieser Phase, nach der Erstversorgung und ärztlicher Diagnose, eine begleitende, passive physikalische Therapie zur Schmerzlinderung (Kältetherapie, Ultraschall, Elektrotherapie, Lymphdrainage …), um die Regenerierung des verletzten Muskels zu fördern.

Phase 2: Reparatur

  • Neubildung von Muskelfasern
  • Muskelfaserregeneration
  • Bildung von Narben-/Ersatzgewebe

Bei Elithera empfehlen wir nach der Immobilisationsphase (Ruhigstellung) mit adäquat dosierter Krankengymnastik einzusetzen. Voraussetzung für jegliche Art von Anforderung ist Schmerzfreiheit. Sensomotorisches Training, Kontraktionstraining, isometrische Spannungsübungen, isotonisches und-/oder isokinetisches Training können die Symptome deutlich verbessern. Ferner sind Kinesiotapes eine Möglichkeit den geschädigten Muskel zu entlasten.

TIPP: In Phase 1 und 2 den betroffenen Muskel möglichst „auf Streckung halten“, damit die Muskelfasern (bzw. das Muskelbündel) nicht verkürzt zusammenwachsen. Das kann Ihnen langfristige Probleme ersparen.

Phase 3: Remodelling (Wiederherstellung)

  • fließender Übergang von der Reparaturphase (kann auch parallel laufen)
  • die neuen/erneuerten Muskelfasern reifen und lernen zu kontrahieren (sich zusammenzuziehen)
  • Erholung der Muskelfunktion

Bei Elithera empfehlen wir in dieser Phase Krankengymnastik mit aktiver Bewegungstherapie und kontinuierlicher Leistungssteigerung bis hin zur Wiederherstellung der Muskelfunktion.

Eine Bitte: Haben Sie Geduld. Gerade Sportler neigen dazu sich unter Druck zu setzen, sofort wieder einsatzfähig zu sein. Heilung braucht Zeit. Wenn Sie zu früh wieder durchstarten, riskieren Sie eine erneute Verletzung.

Darauf können Sie sich verlassen: Als Spezialisten für Physio- und Bewegungstherapie unterstützen wir Sie bei Ihren Gesundheitszielen – ob Sie ganz am Anfang stehen oder schon auf der Zielgeraden sind.

Bleiben Sie besser in Bewegung
Ihr Team Elithera

 

*Quelle https://www.allgemeinarzt-online.de/bewegungsapparat/a/muskelverletzungen-bei-sportlern-pech-bei-der-erstversorgung-1875104

Ihr Ansprechpartner
Physiotherapie Hofmayer
Knut Hofmayer
Bahnhofstr. 3
26817  Rhauderfehn

Tel: +49 (4952) 8907010
Fax: +49 (4952) 8907011
Kontakt
Sturzprophylaxe: Risikofaktoren erkennen und ausschließen

Winterzeit – Gemütlichzeit. In jedem Fenster, wohin man schaut, blinkt und flackert es heimelig. Schummerlichtfreunde schätzen die „gerade-so-Beleuchtung“ als behaglichen Weichzeichner. Für ängstliche und sturzgefährdete Menschen ist Dämmerlicht brandgefährlich. Wenn Ecken und Kanten verschwimmen, erschwert das oftmals die Orientierung. Während uns Tageslicht Stolperfallen offenbart, tarnt schwaches Licht vertrackte Schwellen oder Stufen als vermeintlich passierbar. Eine eingeschränkte Sicht ist allerdings nur einer von vielen Faktoren, die einen Sturz begünstigen. So können Sie Ihr Sturzrisiko deutlich senken …

> mehr lesen

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen (Hermann Salingré).

Ob in der Woche oder an einem Sonntag, die Weihnachtstage können höchstens mal arbeitnehmerunfreundlich fallen, aber nie auf einen falschen Tag. Weihnachten ist unser Lieblingsfest mit Termin-Narrenfreiheit. Weihnachten kann kommen, wann es will – wir lieben es. Kein anderes Fest im Jahr versetzt uns in diese besondere Stimmung, eine Mischung aus kritischer Selbstreflexion, Rückblickmelancholie und Vorfreude aufs neue Jahr. Vielleicht kreisen Ihre Gedanken zum Jahresende um Ihren eigenen Gesundheitsanspruch? Vielleicht wünschen Sie sich aktiver am Leben teilzunehmen, weil Sie wissen, dass Beweglichkeit bis ins hohe Alter nicht selbstverständlich ist? Wenn Sie sich bewusst wohler in Ihrem Körper fühlen möchten, wenn es Ihr Ziel ist, Schmerzen zu reduzieren, Energie und Kraft zu tanken, kann gesunde Bewegung Sie auf Ihrem Weg zu einem besseren Wohlgefühl begleiten ...

> mehr lesen

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies. Zudem akzeptieren Sie unsere aktuellen Datenschutzbestimmungen.

Bestätigen
NEIN
JA
Achtung!
OK