Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Wie wichtig ist Physiotherapie bei Morbus Parkinson?

09.04.2021
Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Wie wichtig ist Physiotherapie bei Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Laut des Bundesministeriums für Bildung und Forschung leben in Deutschland 200.000 bis 300.000 Menschen mit der unheilbaren „Schüttelkrankheit“ – Tendenz steigend.

Den Welt-Parkinson-Tag gibt es bereits seit 20 Jahren. Jedes Jahr am 11. April, dem Geburtstag seines Namensgebers, dem britischen Arzt James Parkinson*, soll das öffentliche Bewusstsein für die Bedürfnisse der Betroffenen geschärft werden.

Morbus Parkinson ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.

  • Physiotherapie (insbesondere Krankengymnastik auf neurologischer Basis),
  • Bewegungstherapie,
  • Ergotherapie,
  • Logopädie,
  • Psychotherapie,

unterstützen die medikamentöse Behandlung in allen Stadien der Krankheit.

Wir bieten Ihnen verschiedene Möglichkeiten an, die Ihnen helfen können, mit sich anbahnenden oder bereits bestehenden motorischen Einschränkungen besser zurechtzukommen.

Die Symptome der Parkinson-Krankheit wirken sich auf viele Lebensbereiche unserer Patienten aus, sowohl beruflich als auch privat. Wir hören oft, dass gesunde Bewegung dazu beiträgt, Beschwerden zu lindern. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, wie der Körper auf die Belastungen reagiert und die Aktivitäten adäquat anzupassen. Sich realistische, schaffbare Ziele zu setzen ist die beste Basis optimistischer mit Herausforderungen umzugehen.

Wie äußert sich die Parkinson-Krankheit?

Die Ursachen der Parkinson-Krankheit sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Fakt ist, bei Betroffenen sterben Nervenzellen im Mittelhirn ab. Auftretende Symptome werden durch einen Mangel des Botenstoffs Dopamin verursacht, der in diesen Nervenzellen produziert wird. Als sogenannter Neurotransmitter sorgt Dopamin u. a. dafür, dass Signale von einer Nervenzelle auf die andere übertragen werden. Ohne Dopamin ist die Regulierung des Muskeltonus und dadurch ein natürliches Zusammenspiel zwischen An- und Entspannung nicht möglich.

Erste Anzeichen von Morbus Parkinson treten bereits im mittleren Lebensalter auf. Die motorischen Einschränkungen setzen in der Regel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr ein. In seltenen Fällen sind auch deutlich jüngere Personen schon etwa ab dem 30. Lebensjahr betroffen. Ein Beispiel ist der amerikanische Schauspieler Michael J. Fox, der seit über 20 Jahren durch seine Stiftung Forschungsgelder für die Entwicklung neuer Parkinson-Therapien bereitstellt.

Im Frühstadium der Parkinson-Krankheit führen viele Menschen ein selbstständiges und aktives Leben. Die Anfangs-Symptome sind unspezifisch und lassen nicht zwangsläufig auf Morbus Parkinson schließen. Auftretende Erscheinungen wie Verstopfung, Riechverlust, Angst, Depressionen und Schlafverhaltensstörung (aktives agieren im Schlaf) könnten ebenso gut auf eine andere Erkrankung hinweisen.

Im fortgeschrittenen Stadium sind die Symptome allerdings eindeutig:

  • die Erkrankung beginnt meist auf einer Körperseite (die zuerst betroffene Körperseite bleibt auch im weiteren Verlauf die stärker betroffene Seite)
  • Zittern (Ruhetremor „Pillenroller-Tremor“)
  • bei wiederholten Bewegungen wird die Amplitude immer geringer
  • Bewegunsabläufe werden langsamer (Bradykinese) bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese)
  • Start- und Stopphemmung beim Gehen
  • Muskelsteifigkeit (Rigor), der Muskeltonus erhöht sich
  • die Mimink verändert sich, sie wird flacher, maskenartig, spiegelt Emotionen verspätet oder gar nicht wieder
  • die Stimme wird leiser, klingt monotoner, verwaschener, manchmal auch heiser
  • vegetative Störungen wie vermehrter Speichelfluss und gestörte Schweißsekretion
  • depressive Verstimmungen und verlangsamte Denkabläufe
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Bewegungen werden nicht mehr fließend ausgeführt, sondern stockend in Abschnitten
  • Schmerzen

Insgesamt zeigt sich, dass mit dem Fortschreiten der Erkrankung bestimmte Aktivitäten allmählich schwerer fallen oder irgendwann gar nicht mehr möglich sind. Deshalb ist es wichtig, konsequent am Ball zu bleiben, damit Sie aktiv im Leben bleiben.

Wie wichtig ist Physiotherapie bei Morbus Parkinson?

In der Physiotherapie üben wir mit Ihnen Alltagsbewegungen, die wir auf Ihre persönliche Situation abstimmen. Außerdem trainieren wir Ihre Kraft und Ihr Gleichgewicht, damit Sie sich sicherer auf den Beinen fühlen. Durch spezielle Gangschulung üben wir fließende Bewegungsabläufe mit längeren Schrittfolgen und zeigen Ihnen, wie Sie schneller und besser starten und stoppen können. Auch Sturzprophylaxe und das Training mit Hilfsmitteln können Ihnen Ihren Alltag erleichtern und Ängste abbauen.

Welche Ziele verfolgt Physiotherapie bei Morbus Parkinson?

Sie sollen so lange wie möglich selbstständig und unabhängig leben können.

  • Erhalt und Verbesserung Ihrer Beweglichkeit, Ihrer Koordination und Ihres Gleichgewichts
  • Versteifungen vermeiden oder verbessern
  • Ausdauer, Kraft und Belastbarkeit steigern
  • Hinauszögern von Pflegebedürftigkeit

Bei Fragen zu unserer Physiotherapie oder zu speziellen Bewegungsprogrammen als neurologische Gruppen- oder Einzelleistungen rufen Sie uns bitte an. Wir beraten Sie gerne.

Bleiben Sie besser in Bewegung.
Ihr Team Elithera

 

* Der englische Arzt James Parkinson beschrieb im Jahr 1817 zum ersten Mal die typischen Symptome der nach ihm benannten Parkinson-Erkrankung.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

Ihr Ansprechpartner
Elithera Gesundheitszentrum Halstenbek
Frank Holzhütter
Gustavstraße 7
25469  Halstenbek

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Was tun bei Hexenschuss?

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Charakteristisch für die Leidtragenden ist eine nach vorne über gebeugte (Schon)Haltung. Daher kommt übrigens auch der Name Hexenschuss, weil diese Haltung an eine Hexe erinnert, die sich auf ihren Besen kauert. Und Schuss, na ja, weil man sich eben wie angeschossen fühlt und auf einmal nichts mehr geht.

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