„Es zieht im Kreuz“ – nicht immer sind die Bandscheiben schuld. Rückenschmerz kann auch Kopfsache sein

08.03.2019
„Es zieht im Kreuz“ – nicht immer sind die Bandscheiben schuld. Rückenschmerz kann auch Kopfsache sein

„Ich hab’s im Kreuz – mir fehlt die Liebe“, heißt ein Roman von Trude Egger. Ob so die Diagnose eines Arztes lauten würde, ist fraglich. Aber ist dieser Buchtitel wirklich weit hergeholt? Ist ein direkter Zusammenhang zwischen körperlichem Schmerz und unserem seelischen Befinden ausgeschlossen? Hat Schmerz nicht auch immer eine emotionale Seite? Fakt ist: Seelische/psychische Probleme treten immer mehr aus dem Schatten, wenn es um Schmerzdiagnostik geht. Es muss nicht immer zwangsläufig etwas am oder im Körper „kaputt“ sein, wenn Beschwerden auftreten. Warum vor allem chronischer Rückenschmerz auch Kopfsache sein kann.

Was man nicht sieht kann auch nicht wehtun?
Wie oft werden bei länger andauernden Beschwerden die Bandscheiben zu Buhmännern erklärt oder der böse aber natürliche Verschleiß verteufelt? Klar, denn bei den meisten Menschen treten früher oder später degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule auf – doch das muss nicht zwangsläufig bei jedem Probleme verursachen. Schmerzen können auch ohne körperliche Schädigung entstehen. Psychosoziale Faktoren, also Familie, Arbeit und Lebensstil nennt man die Verursacher, die neben oder besser mit biologischen Veränderungen für dauerhaftes Unbehagen sorgen können.

Muskeln, Knochen, Sehnen, Gelenke, Gefäße … all das ist für uns vorstellbar. Und alles was wir kennen, was (be)greifbar ist, kann auch wehtun. Aber die Psyche? Für viele Menschen findet eine psychische Störung ausschließlich im Kopf statt. Dabei geht die kognitive Verhaltenstherapie davon aus, dass das was wir denken, wie wir uns fühlen und wie wir uns verhalten unser körperliches Befinden beeinflusst.

Welche Verhaltensweisen können zu Rückenschmerzen führen, sie verstärken und/oder chronisch werden lassen?*

Psychosoziale Stressfaktoren
Zum Beispiel:

  • anhaltende Konflikte (Ehe-/Beziehungsprobleme, Familien-/Nachbarschaftsstreit …)
  • Trauerphasen (durch Verlust, Kummer, palliative Begleitung eines Angehörigen/Nahestehenden …)
  • Wut und Ängste (Mobbing am Arbeitsplatz, …)
  • Überforderung (Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf, Pflege eines Familienangehörigen …), permanente Unterforderung

Bei gestressten Menschen steigt die körperliche Erregung und damit die Muskelspannung. Wer dauerhaft gestresst und/oder angespannt ist, erhöht sein Schmerzrisiko. Sind Muskeln chronisch überspannt, kann das sogar unser Nervensystem stören oder zu Erschöpfungszuständen führen.

Körperliche Stressauslöser:
Wer sich zum Beispiel aus beruflichen Gründen einseitiger Tätigkeiten aussetzen muss (sitzen im Büro, geduckte oder vorn übergebeugte Körperhaltung, fortwährende Wiederholungen bestimmter Bewegungsabläufe …), begünstigt Überlastungen und somit Schmerzen.

Schmerzverarbeitung/Innere Zwänge: Bloß keine falsche Bewegung machen!
Viele Menschen mit akuten Rückenschmerzen haben Angst vor einer „falschen Bewegung“ die ihren Schmerz verschlimmert. Oftmals schonen sich die Betroffenen. Was kurzfristig richtig erscheint, bedeutet mittel- bis langfristig ausgedehnt eine folgenreiche Entscheidung. Eine dauerhaft eingenommene Schonhaltung kann Schmerzen verstärken oder nachträglich verlagern. Die manifestierte Bewegungsangst und das dadurch resultierende „Möglichst-Vermeiden“ körperlicher Anstrengung lässt Betroffene schwächer werden. Die eigene Koordinationsfähigkeit nimmt allmählich ab, das Miteinander von Muskeln, Sehnen und Knochen wird schlechter. Die körperliche Beeinträchtigung kann Selbstwertprobleme, Hilflosigkeit und den Rückzug aus dem sozialen Umfeld nach sich ziehen. Das wiederum verstärkt mitunter die depressive Stimmungslage, was wiederum (als psychosozialer Stressfaktor) die Schmerzen verstärken kann. Ein Teufelskreis.

Auch die „Durchhalter“ unter den Rückenschmerz-Patienten tun sich auf Dauer keinen Gefallen. Schmerz ist ein Warnsignal. Irgendwas läuft da falsch! Tapfer die Zähne zusammenbeißen, den Warnschuss zu ignorieren oder mit einem „Ach, ist ja nicht so schlimm!“, „Was von allein kommt, geht auch irgendwann von allein!“ abzuwinken, kann nicht der richtige Weg sein. Wer meint, trotz Schmerzen, zwingend etwas zu Ende bringen zu müssen, provoziert die Verstärkung und/oder Verlängerung seiner Beschwerden.

Bio-Psycho-soziale Folgen des Schmerzes
Selbst wenn Rückenschmerzen behandelt werden, ist das keine Garantie für eine spontane Verbesserung oder Heilung. Sprechen medizinische oder physikalische Maßnahmen nicht in absehbarer Zeit an, können die Schmerzen bei Betroffenen z. B. Schlafstörungen, Erschöpfung, Resignation oder Hoffnungslosigkeit verursachen. Dadurch ist eine Schmerzverstärkung wahrscheinlich.

Was also tun bei anhaltenden Rückenschmerzen?
Von chronischen Schmerzen spricht man, laut der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V., wenn: „Schmerzen wiederkehrend oder anhaltend über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten auftreten und damit zu einem bestimmenden Teil unseres Lebens werden.“

Sind Sie davon betroffen, gilt es als Erstes eine körperliche Schädigung als Ursache auszuschließen, also jede krankhafte Veränderung, die man auf einem Röntgen-/MRT- oder Blutbild sehen kann. Dazu sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Attestiert dieser Ihnen ein: „Alles im grünen Bereich!“, sollten Sie eine psychische Belastung hinterfragen: „Habe ich Kummer oder Sorgen?“, „Habe ich dauerhaft Stress?“, „Bewege ich mit genug?“, „Befinde ich mich in einer Schonhaltung?“ … 

Unser Körper zeigt uns deutlich, wie es um unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unser Glück bestellt ist. Deshalb ist es wichtig, auf unsere innere Stimme zu hören, Warnsignale ernst zu nehmen und anzugehen, statt sich einfach nur zurückzunehmen. Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen ist die Grundvoraussetzung für anhaltende Behandlungserfolge. Schmerzdiagnostik und Therapiemöglichkeiten sind vielseitig, erfordern aber generell eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Therapeuten.

Bei Elithera haben wir uns auf Rücken- und Gelenkerkrankungen spezialisiert.

  • Ihr Wohlbefinden ist unsere wichtigste Aufgabe

  • Sie werden von fachkompetenten, professionellen Therapeuten betreut

  • wir behandeln Sie herzlich und freundlich

  • wir hören Ihnen zu und gehen auf Ihre Bedürfnisse ein

Bleiben Sie besser in Bewegung!
Ihr Team Elithera

Quelle: 
*https://www.dgss.org/patienteninformationen/psychologische-schmerzbehandlung/kognitive-verhaltenstherapie/

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Physiotherapie Jürgensby

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Kreuzbandriss am Knie: Symptome und Behandlung

Drei typische Bewegungsmuster, die zu Kreuzbandverletzungen führen können: Die Landung nach Sprüngen mit gestreckten Knien in Valgusposition (X-Bein Stellung und leichte Innenrotation) z. B. beim Skifahren/Skispringen. Schnelle Stoppbewegungen, die ein nach vorne Stoßen des Unterschenkelknochens provozieren. Ruckartige Bewegungen mit stark gebeugten, meist zusätzlich nach innen gedrehten Knien.

Wenn Sie das lesen, haben Sie vielleicht schon Bilder im Kopf – Bilder von sich oder anderen Menschen, die Sport treiben. Richtig. Die meisten Kreuzbandverletzungen entstehen durch Unfälle beim Sport. Dabei ist das vordere Kreuzband ungefähr zehnmal häufiger betroffen als das hintere. Auch bei älteren Menschen, die sich zum Beispiel beim Treppe heruntersteigen verdrehen, können sich Verletzungen am Kreuzband einstellen. Hier bedarf es aufgrund der altersbedingt fehlenden Bänder-Elastizität nicht unbedingt extreme Hau-Ruck-Bewegungen. Es reichen mitunter eine unachtsame Kniebelastung in Risikostellung oder ein „Vertreten“.

Ob ein Kreuzbandabriss oder ein Kreuzbandanriss immer operiert werden muss, was eine unglückliche Triade ist und wie Physiotherapie Ihre Genesung unterstützen kann, erfahren Sie jetzt ...

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Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Wie wichtig ist Physiotherapie bei Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Laut des Bundesministeriums für Bildung und Forschung leben in Deutschland 200.000 bis 300.000 Menschen mit der unheilbaren „Schüttelkrankheit“ – Tendenz steigend.

Den Welt-Parkinson-Tag gibt es bereits seit 20 Jahren. Jedes Jahr am 11. April, dem Geburtstag seines Namensgebers, dem britischen Arzt James Parkinson*, soll das öffentliche Bewusstsein für die Bedürfnisse der Betroffenen geschärft werden.

Morbus Parkinson ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.

  • Physiotherapie (insbesondere Krankengymnastik auf neurologischer Basis),
  • Bewegungstherapie,
  • Ergotherapie,
  • Logopädie,
  • Psychotherapie,

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Wir bieten Ihnen verschiedene Möglichkeiten an, die Ihnen helfen können, mit sich anbahnenden oder bereits bestehenden motorischen Einschränkungen besser zurechtzukommen.

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