Tabuthema Harninkontinenz: Was tun, wenn die Blase schwächelt?

14.01.2019
Tabuthema Harninkontinenz: Was tun, wenn die Blase schwächelt?

„Nein, heute nicht!“, „Lieber ein anderes Mal!“, „Ach, lass mich da mal zwischen raus!“, … Schätzungsweise fünf bis acht Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Harninkontinenz. Hochrechnungen zur Folge sollen bis zum Jahr 2050 fast 30 % aller Bundesbürger damit zu kämpfen haben.* Viele der Betroffenen verzichten aus Scham auf Aktivitäten oder Hobbys, die sie gerne unternehmen würden, wäre da nicht dieses Schwache-Blase-Problem. Eine selbst auferlegte Zurückhaltung, persönliche Einschränkungen, bis hin zur sozialen Isolation sind die Folgen. Welche Formen und Ursachen gibt es? Was können Sie selbst gegen eine Harninkontinenz tun?

Unkontrollierter Harnabgang – kein Thema fürs Kaffeekränzchen

Nicht mehr „dicht“ halten können, die Kontrolle verlieren, … wer gibt das schon gerne von sich zu? Inkontinenz bedeutet, dass man Harn oder (seltener) Stuhl nicht mehr oder nur bedingt halten kann. Bei schätzungsweise fünf bis acht Millionen Betroffenen, allein in Deutschland, braucht sich zumindest keiner mit seinem Problem alleine zu fühlen. Warum schätzungsweise? Es gibt keine genauen Statistiken! Harninkontinenz ist ein peinliches Thema und wird viel zu oft unter den Tisch gekehrt, bagatellisiert oder sich gar nicht erst eingestanden. Erst wenn die Symptome so gravierend werden, dass Hilfsmittel wie Einlagen & Co. nicht mehr helfen, wird der Gang zum Arzt angetreten.

Hilfe, ich muss schon wieder …
Bei der „Blasenschwäche“, wie sie im Volksmund wörtlich verharmlost wird, unterscheiden wir in diesem Beitrag zwischen 5 Arten:

  • Belastungsinkontinenz
  • Überlaufinkontinenz
  • Reflexinkontinenz
  • Dranginkontinenz
  • Extraurethrale Inkontinenz

Belastungs- oder auch Stressinkontinenz
Mit Stress hat diese Form der Inkontinenz wenig zu tun. Körperliche Belastung heißt das Schlüsselwort. Etwa, wenn der innere Druck steigt. Beim Niesen, Husten oder Lachen werden schnell die Beine überkreuzt, der Oberkörper nach vorne gebeugt und die Beckenbodenmuskulatur bewusst angespannt. Kann helfen, muss aber nicht. Es ist eine Art Gegensteuerreflex, der den intravesikalen Druck (Druck innerhalb der Harnblase) ein bisschen abfedern soll. Doch auch bei äußeren Reizen, wie Erschütterung beim Joggen, plötzlichen Bewegungen, Anstrengungen wie Heben oder Tragen, Aufstehen oder Hinsetzen kann der sprichwörtliche Tropfen in die Hose gehen. Schwangere Frauen oder Frauen nach einer natürlichen Geburt können da ein Liedchen von singen. Doch auch Männer sind oftmals durch die Resektion (Entfernung) ihrer Prostata von einer Belastungsinkontinenz betroffen.

Weitere Risikogruppen sind u. a.:

  • Asthmatiker (mit chronischem Husten)
  • übergewichtige Menschen
  • Frauen mit Gebärmuttersenkung
  • Menschen mit untrainierter Beckenbodenmuskulatur (Bewegungsmuffel)

Überlaufinkontinenz
Hier ist der Name Programm: die Blase ist übervoll und läuft deshalb über. Mit dem sinnbildlichen „Überlaufen“ ist in diesem Fall das sogenannte „Harntröpfeln“ gemeint.

Ursachen hierfür können die Verengung des Blasenausgangs bzw. der Harnröhre oder eine Blasenmuskelschwäche sein. Wird die Blase beim Wasserlassen nicht „regulär“ entleert, verbleibt Restharn. Besteht diese Entleerungsstörung langfristig, sammelt sich immer mehr Harn in der Blase an, bis letztendlich ihre Füllkapazität erreicht ist und der Urin unkontrolliert, tröpfchenweise abgegeben wird.

Risikofaktoren sind u. a.:

  • Prostataresektion (Entfernung)
  • Blasenmuskel dämpfende Medikamente (zum Beispiel Muskelrelaxanzien)
  • Alkoholmissbrauch
  • Diabetes Mellitus
  • Multiple Sklerose
  • Nervenschäden
  • Tumore

Reflexinkontinenz
Bei dieser Inkontinenzform sind die körpereigenen Reflexe durch neurale Schädigungen außer Kraft gesetzt. Die Übertragungen der Nervenimpulse, aus dem Gehirn oder Rückenmark zur Blasenmuskulatur, sind gestört. Eine volle Blase löst bei einem gesunden Menschen den Impuls aus eine Toilette aufzusuchen. Ist diese Übertragung gehemmt oder ausgesetzt, kann sich die Blase unkontrolliert, quasi „reflexartig“, entleeren. Die Ursachen für eine Reflexinkontinenz sind zum Beispiel eine Querschnittslähmung, ein Schlaganfall oder Multiple Sklerose.

Dranginkontinenz
„Wo ist die nächste Toilette?“ Für Menschen, die unter einer Dranginkontinenz leiden, ist das die alles entscheidende Frage. Kreisen Ihre Gedanken dauerhaft um den nächsten Toilettengang, könnte das an einer überaktiven Blase (ÜAB) liegen. Schon bei geringen Mengen Urin meldet die Blase an das Gehirn einen vollen Pegelstand. Die Reaktion: plötzlicher Harndrang (mitunter mehrmals pro Stunde), der nicht willkürlich hinausgezögert werden kann. Man muss sofort auf die Toilette. Ist das nicht rechtzeitig möglich, ist unkontrollierter Harnabgang die wahrscheinliche Konsequenz.

Mögliche Ursachen hierfür können sein:

  • chronische Blasenentzündungen
  • Harnwegsinfekte
  • Blasensteine
  • neurologische Erkrankungen (zum Beispiel: Multiple Sklerose, Parkinson)
  • Stoffwechselstörungen
  • vergrößerte Prostata

Extraurethrale Inkontinenz
Bei der extraurethralen Inkontinenz kommt es zu einem permanenten, unkontrollierten Harnabgang aus „falschen“ Öffnungen (Scheide, Haut, Darm, After …), auch wenn es Betroffenen möglich ist, sich normal auf der Toilette zu entleeren. Diese Fehlleitung kann angeboren sein oder als Folge einer Vorerkrankung Probleme bereiten. Zu den Verursachern gehören: Verletzungen, Fistelbildung, entzündliche Prozesse nach Operationen, Bestrahlungen, Blasenerkrankungen oder Tumore.

Was können Sie selbst gegen eine Harninkontinenz tun?
Sich Inkontinenz einzugestehen ist der erste Schritt. Das kostet Überwindung – ohne Frage. Doch wie bei allen Erkrankungen gilt auch hier in der Regel: früh erkannt, Gefahr gebannt. Je eher Sie sich damit auseinandersetzen, desto bessere Chancen haben Sie, die Blasenschwäche erst gar nicht problematisch werden zu lassen, dauerhaft zu verbessern oder sogar aufzuheben. Selbst herumzudoktern und nach Lösungen zu „googeln“, verschwendet Ihre Zeit und zögert Ihr Leiden unnötig hinaus. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt! Klären Sie ab, um welche Form der Inkontinenz es sich bei Ihnen handelt und werden Sie dann sinnvoll aktiv!

Bei Elithera bieten wir Ihnen verschiedene Therapieprogramme zur Behandlung und Verbesserung von Inkontinenz Symptomen an, zum Beispiel:

  • Physiotherapie
  • Elektrotherapie
  • Beckenbodentraining
  • Gewichtsreduktion

WIr beraten Sie gern und selbstverständlich diskret.

Bleiben Sie besser in Bewegung
Ihr Team Elithera

Ihr Ansprechpartner
Physiotherapie Jürgensby

Corinna Eichholz, Karsten Kohlmeier
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Fax: 0461 18299472
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Kreuzbandriss am Knie: Symptome und Behandlung

Drei typische Bewegungsmuster, die zu Kreuzbandverletzungen führen können: Die Landung nach Sprüngen mit gestreckten Knien in Valgusposition (X-Bein Stellung und leichte Innenrotation) z. B. beim Skifahren/Skispringen. Schnelle Stoppbewegungen, die ein nach vorne Stoßen des Unterschenkelknochens provozieren. Ruckartige Bewegungen mit stark gebeugten, meist zusätzlich nach innen gedrehten Knien.

Wenn Sie das lesen, haben Sie vielleicht schon Bilder im Kopf – Bilder von sich oder anderen Menschen, die Sport treiben. Richtig. Die meisten Kreuzbandverletzungen entstehen durch Unfälle beim Sport. Dabei ist das vordere Kreuzband ungefähr zehnmal häufiger betroffen als das hintere. Auch bei älteren Menschen, die sich zum Beispiel beim Treppe heruntersteigen verdrehen, können sich Verletzungen am Kreuzband einstellen. Hier bedarf es aufgrund der altersbedingt fehlenden Bänder-Elastizität nicht unbedingt extreme Hau-Ruck-Bewegungen. Es reichen mitunter eine unachtsame Kniebelastung in Risikostellung oder ein „Vertreten“.

Ob ein Kreuzbandabriss oder ein Kreuzbandanriss immer operiert werden muss, was eine unglückliche Triade ist und wie Physiotherapie Ihre Genesung unterstützen kann, erfahren Sie jetzt ...

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Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Wie wichtig ist Physiotherapie bei Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Laut des Bundesministeriums für Bildung und Forschung leben in Deutschland 200.000 bis 300.000 Menschen mit der unheilbaren „Schüttelkrankheit“ – Tendenz steigend.

Den Welt-Parkinson-Tag gibt es bereits seit 20 Jahren. Jedes Jahr am 11. April, dem Geburtstag seines Namensgebers, dem britischen Arzt James Parkinson*, soll das öffentliche Bewusstsein für die Bedürfnisse der Betroffenen geschärft werden.

Morbus Parkinson ist nicht heilbar, aber gut behandelbar.

  • Physiotherapie (insbesondere Krankengymnastik auf neurologischer Basis),
  • Bewegungstherapie,
  • Ergotherapie,
  • Logopädie,
  • Psychotherapie,

unterstützen die medikamentöse Behandlung in allen Stadien der Krankheit.

Wir bieten Ihnen verschiedene Möglichkeiten an, die Ihnen helfen können, mit sich anbahnenden oder bereits bestehenden motorischen Einschränkungen besser zurechtzukommen.

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